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Geschichte und Ursprünge der Pencak Silat

Pencak Silat gehört zu den ältesten formalisierten Kriegs- und Kampfkünsten des malaischen Archipels und unterscheidet sich deutlich von den anderen asiatischen Kampfformen. Ihre Ursprünge lassen sich in prähistorische Zeit vermuten, in der die Einwohner der Gebiete, in denen heute Pencak Silat verbreitet ist, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, Philippinen, Vietnam und Brunei, wie andere unserer Vorfahren auch, Techniken erfunden haben, die sie zur Jagd und Abwehr wilder Tiere einsetzen konnten. Im Verlauf der frühgeschichtlichen Völkerwanderungen auf den südostasiatischen Inseln haben sich dann wahrscheinlich auch erste Ansätze von gezielten Methoden zur Selbstverteidigung gegen feindliche Stämme entwickelt.

Pencak Silat existiert seit ca. 3.000 vor Chr. Die ersten Dokumentationen über Pencak Silat reichen bis ins 7. Jahrhundert n.Chr zurück. Sie gilt als die "Mutter aller Kampfsportarten".

Im 11. Jahrhundert n.Chr. förderten die Herrscher des heutigen Indonesiens (OSTINDIEN) die Kampfkünste mit bloßen Händen (Fäuste, Füße, Ellenbogen und Knie) und auch den Gebrauch von Waffen (Schwert, Stock, Messer, Parang/Golok/Pedang, Kris, BADIK sowie als Waffen geeignete Geräte der Landbevölkerung z.B. Machete).

Ab dieser Zeit haben sich auch verschiedene Stile in Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand, Brunei, Vietnam und den südlichen Philippinen herausgebildet. Konkretere Nachweise zur Entwicklung lassen sich jedoch schwer finden. So haben die verschiedenen Silat-Lehrmeister oft ihre eigenen Legenden, Geschichten und Theorien zur Entstehung der indonesischen Form des Kampfes.

Es ist allerdings allgemein bekannt, dass die Königreiche Majapahit, Sriwijaya, Sultan Hasanuddin (Königreich Gowa) und die Königsfamilie seiner Majestät Topuang Alla’ Kalosi (Arung Alla’ Merdeka) in Südsulawesi eine maßgebliche Rolle bei der Verbreitung der Pencak Silat gespielt haben.

Pencak Silat lässt sich am ehesten als ein Oberbegriff für die Gesamtheit der indonesischen Kampfkünste bezeichnen.
Das Wort Pencak bedeutet "kunstvolle Bewegung" und Silat heißt "kunst
volles Kämpfen".

Alle Pencak Silat Jurus/Formen und Kampfkünste sind sehr stark an der praktischen Anwendung und Umsetzung der jeweiligen Stilelemente orientiert. Öffentliche Vorführungen der Pencak Silat zeigen jedoch oftmals blumige, tänzerische Elemente, die oberflächlich betrachtet keine Relevanz für praktikable Selbstverteidigungsanwendungen haben.

Diese Beobachtungen machten z. B. westliche Ethnologen bereits Anfang dieses Jahrhunderts auf verschiedenen indonesischen Inseln. Dieser offensichtliche Widerspruch erklärt sich aus der Bedeutung des Zusammenhangs der beiden Begriffe "Pencak" und "Silat". So definierte der renommierte Kampfkunstethnologe D. F. Draeger diese beiden Begriffe wie folgt: "Pencak" bedeutet soviel wie geschickte, regulierte Körperbewegungen in Variationen und Kombinationen; "Silat" bedeutet unter Anwendung von Pencak zu kämpfen.

Pencak selbst kann als sorgsam, kontrollierte Übung mit oder ohne Partner praktiziert werden. Die Tatsache, dass Pencak oftmals von Percussion-Musik im Hintergrund begleitet wird, erklärt ebenso die Missinterpretation als Tanzform. Silat Experten geben dieser Musik den Stellenwert einer Trainingshilfe, vergleichbar mit dem Metronom (Taktmesser) im Musikunterricht.

Pencak ist in Indonesien ein integraler Bestandteil des öffentlichen Lebens, so dass Bewegungen aus dieser Kunst, die oftmals mit Waffen ausgeführt werden, z. B. bei Hochzeiten, Parties, Geburtstagsfeiern usw. in ästhetischer Form beobachtet werden können. Das Silat - angewandt gegen einen Feind - lässt jedoch keinen Zweifel daran offen, dass es sich um Kampf handelt.

Die Schlussfolgerung eines Laien, dass die Pencak Silat eine Tanzform sei oder die beiden Begriffe Synonyme wären, ist demnach nicht korrekt.

Das aufmerksame Studium dieser Kampfkunst erklärt auch den vielzitierten Satz der alten Meister: "Pentjak* ohne Silat ist sinnlos. Silat ohne Pentjak ist wertlos" (* alte Schreibweise) Daher existiert ein dynamischer Zusammenhang zwischen diesen beiden Formen, der sich dem Silat-Schüler nach Jahren des bewussten Übens und Lernens erschließt.

Pencak Silat - Der martialische und traditionelle Kampfsport, mit seinem perfekten Zusammenspiel von Schlag-, Tritt-, Abwehr-, Hebel-, Brech- und Wurftechniken, speziellen Stellungen und besonderen Körperbewegung, zielt darauf ab, einen oder mehrere Gegner zu desorientieren und zu besiegen. Für den Überlebenskampf geschaffen, hat das ursprüngliche Pencak Silat seine kriegerische Natur bis heute bewahrt und diese Disziplin zu einer der wirksamsten Verteidigungskünste der Welt gemacht.

Pencak Silat weist dem Menschen einen Weg zur Entfaltung auf körperlicher wie auch auf geistiger Ebene. Pencak Silat zeichnet sich dadurch aus, dass alle Hand- und Fußtechniken auch mit Waffen ausgeführt werden können.

Man kann es in zwei Methoden einteilen: Pencak als Training zur Selbstverteidigung und Silat als Training zum eigentlichen Kampf. Ein Grundprinzip der Pencak Silat ist das Ausweichen vor einem Angriff. Der Verteidiger stellt sich dem Angreifer nicht mit Macht entgegen und versucht ihn mit Blocktechniken abzuwehren, sondern macht sich die Angriffsenergie zu Nutze, weicht aus und setzt in einem günstigen Augenblick zur Gegenwehr an. Dadurch, dass Pencak Silat eine reine Kampfkunst und ursprünglich keine Sportart ist, werden auch keine Aufwärm-, Dehnungs- oder andere Vorbereitungsübungen praktiziert, da man bei einem Angriff auch unmittelbar und ohne Vorbereitung reagieren können muss. Aus eben diesem Grunde wird beim Training auch der Trainingspartner als Feind und nicht bloß als Gegner bezeichnet.

Wie beim Kung-Fu sind viele Bewegungen denen von Tieren nachempfunden, so gibt es Stellungen und Techniken, die den Namen "Priester" (Pendeta), "Tiger" (Harimau) oder "Adler" (Garuda/Elang) tragen. Andere Bezeichnungen sind eher poetischer Natur "Sprung im Drachenstil" oder "Sprung wie eine Prinzessin", obwohl die Techniken selbst weniger poetisch denn eher effektvoll und schlagkräftig sind.

Man zählt unter dem Oberbegriff Pencak Silat ungefähr (mindestens 350 Stile), die sich mehr oder weniger stark voneinander unterscheiden. Diese beim ersten Blick sehr hohe Zahl erklärt sich jedoch durch die geographische Zersplitterung Indonesiens und Malaysias in tausende von Inseln, auf denen die Kampfkünste von der Landbevölkerung ausgeübt werden. Im Groben können folgende Gemeinsamkeiten auf den Inseln festgemacht werden: Typische Stilformen der Insel Java bevorzugen für ihre Kampfmanöver den Einsatz des Oberkörpers, insbesondere der Hände und Ellbogen, um den Gegner zu schlagen, aus dem Gleichgewicht zu bringen oder andersartig offensiv zu manipulieren.

Auf Sumatra ist der Einsatz des Unterkörpers, sprich Beine sehr ausgeprägt. Die Silat-Experten (Silat Harimau/Tiger) dort verfügen über überdurchschnittlich starke Beine, bedingt durch das Besteigen von Bergen und stundenlangem Sitzen in der Hocke. In dieser Region Indonesiens beginnt das Kämpfen oft vom Boden aus, d. h., der Verteidiger setzt sich hin oder läßt sich sogar freiwillig werfen, um damit vom Boden aus weiter agieren zu können.

Pencak Silat Tapak Naga (PSTN) Halilintar - The Bugis-Makassar Fighting Style
In Makassar - Südsulawesi - Perguruan Olah Raga Senam Bela Diri, Pencak Silat Tapak Naga/PSTN und/oder Pencak Silat Halilintar hat sich als Sonderform der Pencak Silat der sehr umfangreiche Stil des sogenannten Tapak Naga ("Handflächen des Drachen") und/oder Halilintar (Donnerschlag, feurig & sehr Schnell) entwickelt. Durch die dem PSTN Halilintar eigenen 16 Schrittrichtungen ("Langkah Enambelas") und die Kombination diverser Techniken in seinen 12 Jurus/Formen ("Duabelas Jurus Kali Duabelas Gerakan Sempurna/12 mal Jurus/Formen mal 12 Tanzformen bzw. komplette Kampfbewegungen/12 X 12") wird eine hohe Flexibilität erreicht.

Pencak Silat Tapak Naga (PSTN) Halilintar ist die Mischung zwischen Piratenkampftechniken und
Kampftechniken der Königreiche der Bugis-Makassar aus Südsulawesi-Indonesien.
Die Kampftechniken der PSTN Halilintar können in Wettkämpfen aller Art verwendet werden (TKW, Karate, Kickboxing, MMA, UFC, Muay Thai usw.).

Viel Spass mit PSTN Halilintar!!!